Eine neue Frühwarnung sollte Werker rechtzeitig vor dem Arbeitsvorgang auf nötige Vorbereitung hinweisen — etwa Sondermaterial beschaffen oder ein Fahrzeug außerhalb der Produktionskette einplanen —, damit es nicht zu spät bemerkt wird und Verzögerungen oder unsauberes Arbeiten verursacht. Das löste eine Restrukturierung der Arbeitsplatzkonfiguration (Bearbeitungsdialog) aus. Zwei Design-Challenges, zwei Oberflächen.
Die zusätzlichen Parameter der Frühwarnung machten den Bearbeitungsdialog zunehmend unübersichtlich. Statt sie als weiteres isoliertes Feld anzuhängen, habe ich eine Neuanordnung mit klarer Gruppierung angestoßen — inklusive der Abhängigkeiten zu bestehenden Einstellungen.
Am Monitor musste die Frühwarnung als eigene Kachel erkennbar sein — auffällig genug, um nicht übersehen zu werden, aber nicht so ähnlich zu bestehenden Signalen, dass sie verwechselt wird. Das neue Typen-Element verschärft dabei das ohnehin schon enge Platzproblem (fixer Raum, kein Scrollen).
Pro AVO entscheidet der Parametrierer, ob sie als Text oder als Bild auf dem Monitor erscheint. Beide Wege bleiben im selben Dialog sichtbar, auch wenn nur einer aktiv genutzt wird — und beide Einstellungen bleiben erhalten, selbst wenn am Ende nur eine zählt.
Synthetischer Nachbau des Konfigurationsdialogs · IDs, Beschreibung, Anzeigetext und Fahrzeugcodes fiktiv (Original unter NDA).
Bis zur finalen Lösung oben durchlief die Frühwarnung-Eingabe zwei verworfene Zwischenstufen.
Beide Zwischenstufen anonymisiert nachgebaut · finale Lösung siehe Konfig-Dialog oben.
Damit für den Parametrierer jederzeit ersichtlich bleibt, was an diesem AVO administriert ist, liegt alles direkt einsehbar in einem einzigen Dialog — ohne Tabs, die Einstellungen verstecken könnten.
Parametrierer sind es gewohnt, alle Daten zu sehen, auch wenn sie gerade inaktiv sind. Deshalb werden Text- und Bild-Bereich nicht dynamisch ein- oder ausgeblendet, je nachdem, welcher gerade genutzt wird — beide bleiben immer da.
„Relevant" sitzt als einziger Schalter ganz oben im Dialog: Ist er nicht gesetzt, erscheint in der Produktion nichts — unabhängig davon, was darunter sonst administriert wurde.
Ein gesetztes Bild überschreibt in der Produktion alles andere. Diese Priorität spiegelt sich in der Reihenfolge im Dialog: Bild steht bewusst ganz unten — letztes gültig.
Die Exoten-Markierung sitzt innerhalb der Text-Gruppe, nicht daneben — sie gilt nur für Text-AVOs. Die Frühwarnung hat eine Abhängigkeit zu Text, aber nicht zu Bild: Beide stehen deshalb gemeinsam in einem Rahmen und sind per Trennlinie „oder" vom Bild-Bereich abgesetzt.
Auf Wunsch habe ich vor der Detailgestaltung die grundsätzliche Richtungen untersucht und dazu mit KI vier Gestaltungsvarianten durchgespielt: integriert als AVO-Text mit eigenem Styling, als AVO-Zeile aber in eigenem Bereich, als getimtes Pop-up-Overlay und als eigene Kachel.
Zu unterscheidendes Element ganz oben in der bestehenden AVO-Text-Liste — nutzt die vorhandene Struktur, statt eine neue zu schaffen.
Im AVO-Text-Stil gehalten, aber mit eigenem Design direkt über den AVO-Texten platziert — näher an der Liste, aber sichtbar abgesetzt.
Freies Design im Rahmen des bestehenden Kachel-Grids, unabhängig von der AVO-Liste — als eigenständiges Widget.
Kurzzeitige Einblendung über der Oberfläche statt eines dauerhaften Elements — schließt automatisch oder per Bestätigung.
Fahrzeugmodell fiktiv (Original unter NDA) · vier von mehreren KI-generierten Gestaltungsvarianten.
Ziel war es, die Frühwarnung möglichst nahtlos in das bestehende UI zu integrieren, ohne ein zusätzliches visuelles System zu schaffen. Dafür wurden vorhandene Gestaltungselemente gezielt wiederverwendet und die Typografie konsistent mit der bestehenden Oberfläche gehalten. Die AVO-Schrift wurde als typografische Basis übernommen, ebenso die Kachelgröße M des bestehenden Sachnummern-Formats. So bleibt die Frühwarnung visuell vertraut und fügt sich in das bestehende Kachelraster ein. Gleichzeitig brauchte die Frühwarnung ein klares Unterscheidungsmerkmal: Ein neuer Chip/Tag zeigt an, wann der betroffene AVO erreicht wird. Je nach Konfiguration wird dafür entweder ein Countdown in Fahrzeugen oder die betroffene Ziel-Schichtnummer angezeigt. Damit kombiniert das Format bekannte UI-Bausteine mit einer gezielten neuen Information, die für die Frühwarnung entscheidend ist: Wie nah ist der relevante AVO im Produktionsablauf?
Um die AVO-Information eindeutig von der Sachnummer zu unterscheiden, wurde der Frühwarnung ein Icon vorangestellt. Auch hier sollte jedoch kein völlig neues visuelles Muster entstehen. Als Wiedererkennungsmerkmal wurde daher ein bereits bekanntes Symbolprinzip aufgegriffen: Das Icon für „Wichtig", das bereits bei AVO-Exoten eingesetzt wird. Dadurch erhält die Frühwarnung eine eigene visuelle Kennzeichnung, bleibt aber innerhalb der bestehenden Bildsprache. So lässt sich die Information auf einen Blick als wichtiger Hinweis zum AVO erfassen, während die Sachnummer weiterhin klar als eigenständige Information erkennbar bleibt.
Da Anzahl und Auftreten der Frühwarnungen nicht vorhersehbar sind, musste das Layout flexibel mit der Anzahl der Einträge umgehen können – ohne für jede Meldung eine eigene Kachel zu benötigen. Statt die sonst verfügbaren drei Kachelgrößen S, M und L anzubieten, wurde bewusst eine feste Breite von 2 Spalten gewählt. Die Standardgröße von 2 × 1 bietet Platz für bis zu zwei Einträge und deckt damit den vorgesehenen Normalfall ab. Werden mehr als zwei Einträge parametriert, wächst die Kachel automatisch in der Höhe (z. B. 2 × 2, 2 × 3). So bleibt das Layout konsistent, während zusätzliche Frühwarnungen dargestellt werden können, ohne die Oberfläche mit einzelnen Kacheln zu überladen.
Die Platzierung der Frühwarnung ganz links oben war zunächst fragwürdig: Ein Hinweis auf ein Fahrzeug, das erst fünf Positionen später relevant wird, ist für den aktuell arbeitenden Werker noch nicht dringlich und würde dennoch visuell vor den Verbauinformationen des aktuell bearbeiteten Fahrzeugs stehen. Mit zunehmender Nähe des betroffenen Fahrzeugs steigt dagegen die Relevanz der Frühwarnung: Befindet es sich nur noch ein Fahrzeug entfernt oder bereits in unmittelbarer Nähe, muss der Werker entsprechend reagieren. Die Platzierung musste daher nicht nur die räumliche Position der Information, sondern vor allem deren zeitliche Dringlichkeit im Arbeitsablauf berücksichtigen.
Für die Farbgebung wurden drei Varianten untersucht, die sich an der bestehenden UI-Farblogik orientieren:
Die Entscheidung für die Farbe wurde dabei nicht isoliert getroffen, sondern anhand der Priorität der Frühwarnung und ihrer visuellen Hierarchie zu den übrigen Kacheln bewertet. Auf dieser Grundlage fiel die aktuelle Entscheidung auf Gelb. Dadurch entsteht ein hoher Wiedererkennungswert zu anderen hervorgehobenen Informationen, insbesondere zu den AVO-Exoten. Gleichzeitig bringt diese Entscheidung eine offene Frage mit sich: Durch die gemeinsame Farbgebung werden beide Informationen auf eine ähnliche visuelle Ebene gestellt. Damit ist noch nicht abschließend geklärt, ob AVO-Exoten und Frühwarnungen als gleichwertig wichtig wahrgenommen werden sollen oder ob eine der beiden Informationen stärker priorisiert werden muss. Diese Hierarchie soll daher noch direkt im Werk getestet und validiert werden. Grau wurde nach der Priorisierung der Frühwarnung als zu zurückhaltend verworfen. Blau bleibt eine mögliche Alternative, da es eine deutliche Hervorhebung ermöglicht, ohne die Frühwarnung unmittelbar mit anderen Warn- bzw. Highlight-Elementen gleichzusetzen.
Eine stufenweise Betonung — von neutraler Farbe über Akzent bis Warnfarbe, je näher das betroffene Fahrzeug rückt — habe ich als Lösung für das Prioritäts-Problem der Platzierung vorgeschlagen. Die Idee wurde bewusst verworfen.
Statt Dringlichkeit über Farbe zu zeigen, ändert sich der Inhalt des rechten Badges: Ist das betroffene Fahrzeug noch mehrere Fahrzeuge entfernt, zeigt es die Anzahl mit Auto-Icon als Countdown. Rückt es nah genug heran, zeigt dasselbe Feld stattdessen die konkrete Positions-/Referenznummer. Die Farbe — golden, gestrichelte Umrandung — bleibt dabei bewusst gleich, deutlich abgesetzt von Status- und Warnkacheln mit durchgezogenem Rahmen.
Fahrzeugmodell fiktiv, alle Projektdetails unter NDA anonymisiert.