Die Sachnummern-Kachel zeigt dem Werker am Produktionsmonitor, welches Teil er verbaut. Über zwei Jahre kamen immer neue Varianten hinzu – die Fläche der Kachel blieb dieselbe. Die Herausforderung: jede neue Information unterbringen, ohne dass das Design bricht oder die Lesbarkeit aus der Distanz leidet.
Die Basisdarstellung der Sachnummern-Kachel stammte aus dem Bestand. Welche Sachnummern auf dem Monitor erscheinen, legt der Parametrierer im Konfigurationsdialog fest. Auf dem Handgerät (PDA) genügt eine vereinfachte Textdarstellung, im Konfigurationsdialog ist die Sachnummer nur ein Feld der Positionsvarianten – die gestalterische Herausforderung lag allein auf dem Monitor.
Ausgangspunkt: nur die Nummer selbst.
Fachnummer zur Sachnummer. Optionale Fachfarbe als Hintergrundfläche hinter der Fachnummer – eine farbige Schrift allein wäre aus der Distanz in der Halle nicht erkennbar.
Bei Lieferantenwechsel liegen alte und neue Teile gleichzeitig am Band. Beide Sachnummern werden angezeigt, getrennt durch einen vertikalen Trenner. Der Werker verbraucht zuerst die alten Teile und wechselt dann – er sieht beides und kann selbst entscheiden.
Zusätzlicher vierstelliger Farbcode je Sachnummer, dargestellt mit stark gerundeter Umrandung – bewusst klar unterscheidbar vom Trenner aus V3.
Ausnahmefälle mit bis zu vier zusätzlichen Zeichen. Sie müssen in den vorgesehenen Platz passen, ohne das Kachelraster zu sprengen.
Anonymisierter Nachbau: Fächer im Original als Buchstaben, hier als Zahl. Nummern, Farbcodes, Fachfarbe und Schrift fiktiv bzw. ersetzt und verkleinert.
Die Kachel sitzt in einem festen Raster auf einem Hallenmonitor im laufenden Betrieb – kein Scrollen, Lesbarkeit aus 1–3 m. Mit jeder Ausbaustufe wuchs, was auf eine Kachel passen musste.
Fach, Fachfarbe, wahlweiser Verbau, Farbcode und Überlänge können gleichzeitig auf eine Sachnummer zutreffen.
Dieselben Kombinationen müssen in allen Kachelgrößen funktionieren – je kleiner die Kachel, desto größer das Platzproblem.
Normale Nummer, Überlänge, Farbcode und wahlweiser Verbau brauchen je ein eigenes Gestaltungsmerkmal – auf einen Blick und aus der Distanz.
Auszüge aus der UI: was passiert, wenn neue Merkmale ohne Anpassung in die bestehenden Kacheln laufen.




Wie unterscheidet sich die zweite Nummer von der ersten – und von einem Farbcode?
Statt 6×4 ein 12×6-Raster: eine Sachnummer, die im groben Raster 1×1 belegt, entspricht im feineren Raster 3×2. Überlauf lässt sich dann um eine einzelne Rastereinheit korrigieren, statt gleich die ganze Kachel zu verdoppeln – spart Platz, weil keine doppelte Größe nötig ist.
Jedes Merkmal bekommt genau ein Gestaltungsmittel – so bleiben alle Typen auch kombiniert unterscheidbar.
Für jede Kombination aus Kachelgröße und Sachnummern-Typ ist festgelegt, wie sie aussieht. Was in einer Größe nicht mehr lesbar wäre, bekommt keine Sondervariante, sondern wird auf die nächste Kachelgröße skaliert. Von ursprünglich vier Größen blieben drei.
Anonymisierter Nachbau der Spezifikation. Rastereinheiten Breite × Höhe. Nummern, Fach und Fachfarbe fiktiv; Schrift ersetzt.
Die Inhalte werden über weiter angepasste Schriftgrößen in die bestehenden Kacheln eingepasst. Der bewusste Trade-off: Textgröße – und damit teilweise Lesbarkeit – weicht zugunsten des Systems. Die Alternative wäre ein aufwendiges Refactoring des Grids gewesen und damit der gesamten Logik des Layout-Algorithmus.
Leitprinzip: so wenige Varianten wie möglich, ein durchgängig konsistentes Design.
Die letzten vier Ziffern bleiben der große Prüfblock, der Rest der Nummer steht klein darüber. Schriftgrößen wurden je Größe und Kombination weiter reduziert, die Restnummer bei Bedarf zweizeilig gesetzt. Auf der kleinsten Kachel mit Fach schrumpft das Präfix auf einen hochgestellten Buchstaben.
Teile der Sachnummer, die für die Prüfung am Band nicht relevant sind, entfallen – der Werker sieht und erfasst die entscheidende Stelle auf einen Blick. Gleiche Präfixe, etwa beim wahlweisen Verbau, erscheinen nur einmal.
Kombinationen, die in einer Kachelgröße nicht lesbar wären, werden nicht in eigene Sonderlayouts gezwängt, sondern auf die nächste Größe skaliert. Von vier Kachelgrößen blieben drei: Die größte wurde wieder gestrichen – neben den übrigen Inhalten des Monitors war für sie praktisch nie Platz.
Ein feineres Raster hätte die beste Darstellung ermöglicht, aber eine komplette Überarbeitung des Layout-Algorithmus für alle Kacheln erfordert. Dieser Aufwand stand im Projektrahmen nicht zur Verfügung. Die Grid-Frage ist dokumentiert; ein Briefing bzw. Workshop zum Algorithmus ist für den weiteren Projektverlauf vorgesehen.
Nicht die theoretisch perfekte Lösung, sondern die beste im gegebenen Rahmen: Lieber kleinere Schrift als ein Umbau von Grid und Algorithmus. So blieb die Sachnummern-Kachel über fünf Ausbaustufen in einer konsistenten Formsprache – mit einem Gestaltungsmittel pro Merkmal, wenigen Varianten und ohne Eingriff in das bestehende Raster. Der Preis, teils eingeschränkte Lesbarkeit in dichten Kombinationen, ist bewusst in Kauf genommen. Die Grundsatzfrage nach dem Raster wurde nicht umgangen, sondern dokumentiert und für eine spätere Überarbeitung vorbereitet.